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Beruf und Lehrstelle finden während Corona

Berufswahl und Lehrstellensuche sind für junge Menschen schon in normalen Zeiten prägend und herausfordernd – die Corona-Pandemie erschwert diesen Prozess nun spürbar. Die Berufsberatung unterstützt Jugendliche dabei, in der aktuellen Situation zurechtzukommen, und hilft beim Finden von Beruf und Lehrstelle.

Die Berufsmesse wurde abgesagt und Berufsluft zu schnuppern oder in direkten Austausch mit Lehrbetrieben zu kommen, ist derzeit nicht einfach. Viele Betriebe haben auf Home-Office umgestellt oder bieten wegen der Schutzmassnahmen keine oder nur beschränkt Schnupperlehren an. Beispielsweise in Banken, Versicherungen oder IT-Betrieben wird fast nur noch zu Hause gearbeitet. Im Gesundheitswesen oder in Pflegeeinrichtungen zu schnuppern, ist wegen strikter Hygienevorschriften fast unmöglich. In den Berufsalltag einzutauchen, die Atmosphäre im Betrieb zu spüren und Berufe mit all ihren Facetten kennenzulernen, ist aber für einen passenden Berufsentscheid wichtig.

Schnuppern bleibt wichtig
Wir empfehlen Jugendlichen deshalb, trotz aller Schwierigkeiten eine Schnupperlehre vor Ort zu suchen und bei potenziellen Lehrbetrieben oder im privaten Netzwerk nach Möglichkeiten zu fragen. Ein persönlicher Kontakt zwischen Jugendlichen und Arbeitgebenden kann bei der späteren Lehrstellensuche als Türöffner dienen. Alternativ können virtuelle Berufseinblicke ein erstes Bild vermitteln. Viele Lehrfirmen haben kreative Lösungen dafür gefunden. Auf dem Berufswahl-Portal findet sich zudem eine Reihe von Veranstaltungen und Berufsbesichtigungen unter dem Motto «Berufsmesse online».

Corona erschwert nicht nur die Berufsfindung und Lehrstellensuche an und für sich. In Berufswahlentscheide fliessen vermehrt auch Zukunftsaussichten ein. Welche Branche bietet Perspektiven? Welche Entwicklungschancen habe ich? Solche Fragen sind aufgrund der Digitalisierung, Globalisierung und weiterer Trends schon länger aktuell, mit der Corona-Pandemie entsteht aber eine neue Dynamik. Einst als zukunftssicher bezeichnete Branchen leiden unter Turbulenzen und umgekehrt zeigen sich Branchen krisenresistent, denen nicht immer die allerbeste Zukunft vorhergesagt wurde.

Corona verändert Berufsbranchen
Unbestritten sind einige Branchen von den Corona-Einschränkungen stärker betroffen als andere. Firmen im Gastgewerbe, in der Hotellerie oder in der Kulturbranche zum Beispiel leiden unter den Auswirkungen und kämpfen ums Überleben. Kurzarbeit, eingeschränkte oder geschlossene Betriebe erschweren in diversen Branchen teils die ordentliche Ausbildung von Lernenden. Dagegen sind das handwerkliche Gewerbe, die grüne Branche oder Berufe mit einem hohen Digitalisierungsgrad weniger stark betroffen und die Auftragslage ist recht gut. Zudem hat Corona einige Branchen ins Scheinwerferlicht gerückt, die während Krisenzeiten gesellschaftlich besonders wichtig sind – Gesundheitswesen, Bildung, Logistik oder Sicherheit beispielsweise. In sogenannt systemrelevanten Berufsfeldern stehen die Chancen für Jobs derzeit ganz gut. Und: Im Detailhandel steigen die Online-Verkäufe, während Ladenlokale geschlossen bleiben müssen. Corona verursacht in vielen Branchen einen Digitalisierungsschub sowie einen grundlegenden strukturellen Wandel. Etwas aber bleibt: Lehrbetriebe aller Branchen sind auf motivierten und kompetenten Nachwuchs angewiesen. Lernende tragen wesentlich zum Betriebserfolg bei und bringen neues Fachwissen und Impulse in den Lehrbetrieb.

Berufswahl anhand Interessen
Deshalb gilt: Wer einen Beruf wählt, sollte vorrangig anhand seiner Interessen und Fähigkeiten entscheiden. Die Zukunft birgt immer gewisse Unsicherheiten. Die Berufswahl auf aktuell florierende Branchen zu beschränken, wäre wenig zielführend für eine längerfristige berufliche Zufriedenheit. Der Erstberuf ist keine Wahl mehr fürs Leben, er dient als Einstieg in einen lebenslangen beruflichen Entwicklungsprozess. Die Berufsberatung unterstützt Jugendliche dabei, den für sie passenden (Einstiegs-)Beruf zu finden und zeigt Zukunftsperspektiven auf.

Komm ins biz. Komm weiter.

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