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Mit Engagement ans Ziel

Valentin Hoyos entschloss sich während eines Praktikums in einem Alterszentrum für den Beruf Fachmann Betreuung. Bis zum Lehrabschluss musste er einige Hürden meistern. Doch das Durchhalten hat sich gelohnt.

Foto: Silvia Bühler, Alterszentrum Mathysweg, Altstetten

Valentin Hoyos, 22, mag seinen Beruf. Er schätzt die Vielseitigkeit seiner Arbeit. Als Fachmann Betreuung im Alterszentrum Mathysweg, einer Einrichtung der Stadt Zürich, kommt er mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt. Die Betreuung der betagten Bewohner steht – neben der pflegerischen Tätigkeit – im Vordergrund. Gespräche gehören dazu, gemeinsame Filmabende und Ausflüge, bei denen Valentin auch einmal die Rolle des Reiseleiters übernimmt. Eine positive Einstellung ist eine wichtige Voraussetzung für seine Tätigkeit; ebenso die Fähigkeit, sich in ältere Menschen hineinzuversetzen. Der Respekt vor den individuellen Bedürfnissen sei zentral – wie zum Beispiel bei der Frage, ob jemand lieber von einer Frau oder einem Mann gewaschen werden möchte. Meistens reagieren die Bewohnerinnen und Bewohner dankbar auf seine Zuwendung: «Die vielen kleinen Gesten tun gut», sagt der junge Mann. Betreuung sei ein ständiges Geben und Nehmen. In einem Altersheim zu arbeiten bedeutet aber auch, sich mit dem Sterben auseinandersetzen zu müssen. Der Tod eines Menschen, mit dem er viel Zeit verbracht hat, stimmt Valentin traurig. Gleichzeitig glaubt er, dass der Tod zum Leben gehört.

Valentin fühlt sich in seinem sozialen Beruf sehr wohl. Der Weg dahin war jedoch steinig. Seine Kindheit und Jugend waren geprägt von unzähligen Umzügen in der Schweiz und in Spanien, der Heimat seines Vaters. In der Schule kämpfte er mit Legasthenie, Dyskalkulie und ADHS. Als er mit 14 Jahren in der Schweiz eine Lehrstelle suchte, verspürte er Druck von allen Seiten. Er musste an einem Projekt für schwierige Jugendliche teilnehmen und litt unter dieser Situation. Als der Weg in ein Berufsvorbereitungsjahr endlich frei war, kippte der Schalter – und Valentin konnte zeigen, was in ihm steckt. Ein Berufsberater machte ihn auf die neu geschaffene zweijährige Lehre als Assistent Gesundheit und Soziales aufmerksam. Valentin sorgte sich, ob er mit seiner Vorgeschichte überhaupt eine Lehrstelle finden würde. Doch die Dinge entwickelten sich gut: Die Praktikumsstelle im Bürgerasyl-Pfrundhaus war schnell gefunden, und der Betrieb nahm ihn dann als Lernenden auf. Im Sommer 2015 schloss er in einem zweiten Schritt die Lehre Fachmann Betreuung als einer der beiden Besten seines Jahrgangs ab. Nun möchte sich Valentin zum Berufsbildner weiterbilden: «Der Beruf ist wie eine Beziehung, man muss sich ständig dafür engagieren.»


Den Beruf Fachmann/Fachfrau Betreuung kann man in den drei Fachrichtungen «Betagte», «Behinderte» sowie «Kinder und Jugendliche» erlernen. Abgeschlossen wird im jeweiligen Fachbereich, arbeiten kann man in allen Bereichen. Für schulisch Schwächere besteht die Möglichkeit, zuerst eine zweijährige Lehre Assistent/in Gesundheit und Soziales EBA – u.a. im Bereich Betagten- oder Behindertenbetreuung – abzuschliessen. Im Anschluss kann bei entsprechender Eignung eine verkürzte Lehre zur Fachfrau/zum Fachmann Betreuung oder Fachfrau/Fachmann Gesundheit absolviert werden.

Weitere Informationen: OdA Soziales Zürich, Liliane Ryser, 044 306 88 66, info@oda-soziales-zuerich.ch


 

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